Porzellan-Doktor
on Tour
Sandra Hinrichsen ist als Porzellandoktor regelmäßig auf Messen in Schleswig-Holstein vertreten.

Sie können Ihr dort bei der Arbeit über die Schulter schauen und zu reparierende Stücke vor Ort in Auftrag geben.

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Porzellanbörse
Der Porzellan Doktor ist jetzt regelmäßig in der Porzellanbörse zu Gast. Sie können dort ihre zerbrochenen Teile zur Reparatur abgeben und einschätzen lassen.

Sprung in der Schüssel ? Ein Fall für den Porzellan-Doktor

Aus der shz vom 30. September 2008 | 03:05 Uhr | Von Volker Mehmel

38-Jährige macht sich in einer Marktlücke mit eigener Werkstatt selbstständig. Sandra Hinrichsen in ihrer Werkstatt Mit dem Sprung in die Selbstständigkeit will die Bahren fletherin Sandra Hinrichsen jetzt eine Marktlücke in Schleswig-Holstein erobern. Die 38-Jährige hat sich auf die Reparatur und Restauration hochwertiger oder lieb gewonnener Stücke aus Porzellan spezialisiert. Als gelernte Zahntechnikerin ist Sandra Hinrichsen sowohl mit dem Material als auch mit filigranen Arbeiten gut vertraut. Bei der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung kam sie dann auf die Idee, eine Porzellan-Reparatur-Werkstatt zu gründen. "Davon gibt es in ganz Deutschland nur 15 oder 20", schätzt sie. Ihre Zusatzausbildung machte sie in der Porzellan-Klinik in Bremen. Seitdem darf sie sich ausgebildete Porzellan-Doktorin nennen - und so ist auch der Name ihrer Werkstatt, die sie am Freitag, 10. Oktober, um 14 Uhr mit einem Tag der offenen Tür in der Itzehoer Lindenstraße 71-73 eröffnet: Der Porzellan-Doktor.

"Ich wusste nur, dass es etwas Handwerkliches sein musste", berichtet die Bahrenfletherin von ihren ersten Überlegungen zur Existenzgründung. Ein Faible für schöne Dinge aus Porzellan und Keramik habe sie aber schon immer gehabt. "Ich stöberte viel auf Flohmärkten herum." Deshalb weiß sie auch, dass der ideelle Wert von Geschirr oder Figuren den materiellen oft übersteigt. Entsprechend lohne sich auch eine Instandsetzung. Im einen Fall handele es sich um alte Erbstücke, im anderen um den zerbrochenen sechsten Teller zu einem sonst kompletten Service. Oder man wolle lediglich das geliebte Geschenk zur Hochzeit wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen.

"Jeder hat irgendetwas im Schrank oder kennt jemanden, der ein schönes Stück hat", meint die 38-Jährige. Liegt das gute Stück in Scherben, fehlt eine Ecke oder ist einfach nur der Henkel von der Tasse abgebrochen, tritt Sandra Hinrichsen in Aktion. In ihrer Werkstatt werden die Teile nicht einfach nur zusammengeklebt, sondern in einem Brennofen mit einer speziellen Glasur - und bei Bedarf auch mit Malerei - wieder in den Ursprungszustand versetzt - und dies vielfach sogar spülmaschinentauglich.

Neben Porzellan bearbeitet sie auch Keramik und Fayencen, sogar Glas. "Das in der Zahntechnik erworbene handwerkliche Geschick hat mir den Einstieg leichter gemacht", sagt Sandra Hinrichsen.

Eine Kostprobe von ihren Fähigkeiten will sie bei der diesen Freitag beginnenden dreitägigen Verbrauchermesse in der Horster Elbmarschenhalle präsentieren. Hier ist sie auf dem Gemeinschaftsstand von Existenzgründern aus dem Projekt "Startbahn" vertreten.